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Gegen das Vergessen

Gedenkgottesdienst erinnert an die Opfer der Pogromnacht am 9. November 1938

Essen, 05.11.2026. Zur Erinnerung an die Novemberpogrome des Jahres 1938 lädt der Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK) in Essen am Montag, 9. November 2026, um 17.30 Uhr zu einem Gedenkgottesdienst in den Essener Dom ein. Unter der Überschrift „Gegen das Vergessen“ möchte der ACK mit der ökumenischen Feier an die antisemitische Gewalt der Nationalsozialisten erinnern und zugleich ein Zeichen für Hoffnung, Mut und Zuversicht setzen.

Den Gottesdienst leiten die katholische Gemeindereferentin Elvira Neumann, der evangelische Pfarrer Fritz Pahlke und Horst Hinrichs als Vertreter der evangelisch-freikirchlichen Gemeinden. Vorbereitet wurde die Feier gemeinsam mit der Schulseelsorge sowie Schülerinnen und Schülern des Bischöflichen Schulzentrums am Stoppenberg. Anstelle einer Predigt werden die Jugendlichen im Gottesdienst die „Todesfuge“ von Paul Celan vortragen. In seinem Gedicht thematisiert Celan die Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten. Die Form des Gedichts ist an eine musikalische Fuge angelehnt und nutzt ebenfalls Mehrstimmigkeit, Wiederholungen und Variationen. Außerdem wird der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) in dem Gottesdienst ein Gebet sprechen.

Der Gedenkgottesdienst im Essener Dom findet bewusst vor der zentralen Gedenkveranstaltung der Stadt Essen zum Novemberpogrom 1938 statt. Diese beginnt um 19 Uhr in der benachbarten Alten Synagoge und ist ebenfalls ohne Anmeldung zugänglich.

ALTENESSEN-KARNAP: KONZERT UND GEDENKWANDERUNG

Altenessen-Karnap. Klezmer-Musik und Lyrik präsentiert das „bernshteyn-Trio“ am Sonntag, 8. November – dem Vorabend des Gedenktages zur Erinnerung an die Reichspogromnacht des Jahres 1938 – um 17 Uhr in der Alten Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Altenessen-Karnap, Altenessener Straße 423. Unter der Überschrift „Ermutigung“ bringen Ute Bernstein (Gesang, Violine, Rezitation), Achim Lüdecke (Gitarre, Gesang) und Peter Hohlweger (Akkordeon, Gesang) ein Programm mit jiddischen Liedern und Klezmer zu Gehör – „lachend, weinend, zornig, aber auch zärtlich“, heißt es dazu. Ergänzt wird die Musik durch Lesungen verschiedener Dichter, die eine starke Sehnsucht nach Echtheit, Tiefe und Glaubwürdigkeit widerspiegeln. Der Eintritt ist frei; eine Spende ist willkommen.

Wer möchte, kann vor der Konzertlesung an einer Gedenkwanderung durch die Straßen des Stadtteils teilnehmen. Nacheinander suchen die Teilnehmenden verschiedene „Stolpersteine“ auf, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern und an diesem Tag gereinigt werden sollen. Treffpunkt für die rund einstündige Tour ist der Bücherschrank vor der Alten Kirche um 15.30 Uhr.

KETTWIG: ABEND DES GEDENKENS

In der Kirche am Markt der Evangelischen Kirchengemeinde Kettwig, Hauptstraße 83, beginnt am Sonntag, 9. November, um 19 Uhr eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Opfer der sogenannten Reichspogromnacht und der nationalsozialistischen Diktatur. Die Gestaltung übernimmt Pfarrer David Gabra gemeinsam mit einem ökumenischen Team aus der Evangelischen Kirchengemeinde Kettwig, der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Kettwig und der Katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Laurentius.

KRAY: GEDENKVERANSTALTUNG

Mit einer Gedenkveranstaltung erinnern religiöse Gemeinden und kulturelle Institutionen, die sich zum „Runden Tisch Essen-Kray“ zusammengeschlossen haben – darunter auch die Evangelische Kirchengemeinde Essen-Kray und die Katholische Pfarrgemeinde St. Barbara – am Montag, 9. November, an die Opfer der Reichspogromnacht im nationalsozialistischen Deutschland. Treffpunkt ist um 18 Uhr die Plakette „Engel der Kulturen“ auf dem Krayer Markt.

HINTERGRUND: REICHSPOGROMNACHT 1938

Am Abend des 9. November 1938 und auch am Folgetag steckten SA- und SS-Trupps in Deutschland 1.200 Synagogen an; in Essen wurden die heutige Alte Synagoge sowie die Synagogen und Gebetssäle in Steele, Werden und Kettwig und das jüdische Jugendheim verwüstet. Überall wurden jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger geschlagen, verhaftet, in Konzentrationslager verschleppt und ermordet, ihre Geschäfte geplündert, Wohnungen zerstört und Friedhöfe geschändet. Eine aufgebrachte Menschenmenge stimmte den Gräueltaten der NS-Schergen in dieser Nacht jubelnd und johlend zu. Andere wieder nahmen das Geschehen schweigend, gleichgültig oder hilflos hin.

In der sogenannten Reichspogromnacht kam ein beispielloser, vom nationalsozialistischen Staat getragener und von weiten Teilen der Bevölkerung unterstützter Antisemitismus zum Ausdruck, dem bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Millionen europäischer Juden zum Opfer fallen sollten.

Unser Titelbild zeigt Zuschauer vor der brennenden Essener Synagoge, die in der Nacht vom 9. auf den 10. November in Brand gesteckt wurde. Foto: Stadtbildstelle der Stadt Essen.

 

 

 

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