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Heimatpreis der Stadt Essen

Abstimmung läuft bis 12. Juli 2026

Essen, 29.06.2026. Um lokales Engagement in Essen wertzuschätzen, wird – wie schon in den vergangenen Jahren – auch 2026 wieder der "Heimat-Preis" ausgelobt. Im Fokus dieser Auszeichnung steht das Engagement ehrenamtlicher Projekte in Vereinen, Organisationen und Initiativen zur Gestaltung der eigenen Heimat. In diesem Jahr stehen insgesamt 43 Projekte zur Wahl - darunter zwei, an denen unsere Kirchengemeinden maßgeblich beteiligt sind: Der "Bunte Teller Frohnhausen" und die "TrauerZeit" in Kettwig.

Seit dem vergangenen Jahr können sich Bürger*innen direkt an der Entscheidung, welches Projekt den Heimat-Preis gewinnt, beteiligen. Zu diesem Zweck wurde ein Bürgervoting eingerichtet, dessen Ergebnis zu 60 Prozent in das Gesamtergebnis einfließt. Im Anschluss tagt eine Jury, deren Ergebnis die restlichen 40 Prozent ausmacht. Jede*r Teilnehmende darf nur ein Mal abstimmen; die Wahl läuft bis zum 12. Juli.

Nachfolgend stellen wir die beiden Projekte mit evangelischer Beteiligung vor - beide Angebote richten sich an alle Menschen, unabhängig ihrer Zugehörigkeit zu einer Kirche oder Konfession.

BUNTER TELLER FROHNHAUSEN

Das Projekt in vier Sätzen: Ein Teller Essen kostet 3 Euro. Das Gefühl, dazuzugehören, aber ist unbezahlbar! Der "Bunte Teller Frohnhausen" bringt Woche für Woche bis zu 90 Menschen an einen Tisch. Ob Senior*innen, Berufstätige oder Menschen mit wenig Einkommen – hier wird aus fremden Nachbarn eine Gemeinschaft.

Der "Bunte Teller" ist ein offener Mittagstisch in Frohnhausen, der von über 20 Ehrenamtlichen getragen wird. Seit September 2025 kommen hier jede Woche 70 bis 90 Menschen zusammen, um gemeinsam zu essen, ins Gespräch zu kommen und Gemeinschaft zu erleben. Organisiert wird das Projekt durch die Evangelische Kirchengemeinde Essen-Frohnhausen in Kooperation mit der AWO Essen und der Herzensküche der AWO.

Eingeladen sind alle, die lieber in Gesellschaft essen und sich über ein warmes Essen freuen. Ob Senior*innen, Alleinlebende, Berufstätige aus dem Viertel oder Menschen mit geringem Einkommen: Am Bunten Teller sitzen Menschen mit verschiedensten Lebensgeschichten und Hintergründen an einem Tisch. Hier begegnen sich Menschen, die sich sonst im Alltag oft nicht treffen würden – über alle sozialen Grenzen hinweg.

Möglich ist dies nur durch das unschätzbare Engagement der Ehrenamtlichen: Sie decken Tische, heißen Willkommen, servieren Essen, schenken Zeit, hören zu und knüpfen Beziehungen. Mit ihrem Einsatz machen sie den Mittagstisch Woche für Woche zu einem Ort mit Herz, an dem Gemeinschaft wachsen kann. Dadurch gestalten sie das Miteinander im Stadtteil aktiv mit.

Darüber hinaus stellen einmal im Monat das Stadtteilbüro Frohnhausen, das Zentrum 60plus und verschiedene Senior*innenberatung ihre Arbeit vor und erleichtern so den Teilnehmenden den Zugang zu Beratung, Unterstützung und Freizeitangeboten.
Der Bunte Teller ist als dauerhaftes Angebot angelegt und soll ein verlässlicher Bestandteil des sozialen Lebens im Stadtteil bleiben. Sein einfaches und zugleich wirkungsvolles Konzept lässt sich auch auf andere Quartiere übertragen: Gemeinsam essen, miteinander reden, Nachbarschaft leben.

TRAUERZEIT IN KETTWIG

Das Projekt in zwei Sätzen: Die "TrauerZeit" ist 2021 gestartet als ein offenes Gesprächsangebot an Trauernde aus Essen und findet monatlich in der Evangelischen Kirchengemeinde Kettwig statt. Im Austausch mit anderen Betroffenen finden Trauernde hier Trost und Kraft nach dem Tod eines nahestehenden Menschen.

Ausgebildete Seelsorgerinnen und eine Psychiaterin leiten die Gruppen ehrenamtlich. Gestartet zu dritt besteht das TrauerZeit-Team mittlerweile aus acht Frauen, denn zusätzlich engagieren sich Trauernde im Team. Trotz mittlerweile drei Gruppen war die Nachfrage so groß, dass wir unser Angebot auf Kettwig und Umgebung einschränken mussten. Im Team bereiten wir Treffen vor, teilen Unsicherheiten und Gelungenes und entlasten uns im Sinne einer Intervision gegenseitig. Durch die Gemeinde finanziert konnten wir eine schwierige Situation durch eine externe Supervision klären.

Aus dem wachsenden Team heraus haben wir inzwischen ein breites Angebot entwickelt: Seit 2022 ermöglicht ein TrauerStammtisch in einer Kneipe einen Austausch in gemütlicher Runde. Durch die Gründung der geschlossenen Selbsthilfegruppe TrauerPower 2024 konnten wir 16 Frauen aus der TrauerZeit verabschieden, sodass wir neue Trauernde aufnehmen konnten. Durch eine Spende finanziert konnten wir ein Bibliodramawochenende durchführen. Verschiedene kreative TrauerProjekte machen unsere Arbeit nach außen sichtbar: Wir haben u.a. Seelenbretter und Trostbänke für den Friedhof gestaltet, Gottesdienste vorbereitet oder ein „Fest für die Verstorbenen“ gefeiert.

Wir tauschen uns im TrauerNetzwerk Essen mit anderen Trauergruppen aus. Sieben Frauen, die ähnliche Angebote für Trauernde planten, haben zuvor bei uns hospitiert.

Bisher haben mehr als 100 Menschen an unseren Veranstaltungen teilgenommen, etwa 40 fühlen sich aktuell den Gruppen zugehörig. Besonders wertvoll wird unsere Arbeit durch die vielen Freundschaften und Netzwerke, die durch die TrauerZeit entstanden sind: Sie wirken gezielt der Einsamkeit Trauernder entgegen und über die Treffen hinaus konkret in ihr Leben hinein.

 

 

 

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